Vorsorge bei Kindern

Kurzsichtigkeit frühzeitig erkennen und behandeln

Kurzsichtigkeit (Myopie) - wie kommt es dazu?

Von einer Kurzsichtigkeit (Myopie) spricht man, wenn der Augapfel zu lang ist, so dass der optische Brennpunkt vor der Netzhaut liegt. Folge: Die Betroffen sehen in der Ferne unscharf. In Deutschland sind nahezu 50 % der unter 30-Jährigen bereits kurzsichtig!

Die Ursachen

Für die Entstehung von Kurzsichtigkeit gibt es verschiedene Ursachen:

Genetische Ursachen: Eltern vererben ihre Kurzsichtigkeit häufig an ihre Kinder.

Sehverhalten: Bei einer intensiven Nutzung von Smartphones und Tablets erhöht sich das Risiko für Kurzsichtigkeit.

Umweltfaktoren: Kinder, die sich tagsüber zu wenig im Freien aufhalten, haben ein deutlich höheres Myopie-Risiko im Vergleich zu denen, die täglich mehr als 2 Stunden der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Verwendung zu schwacher Brillen: Wird die Kurzsichtigkeit durch eine zu schwache Brille nur unzureichend korrigiert, kann sich die Kurzsichtigkeit dadurch weiter verstärken.

Wieso ist es so schwer, eine Kurzsichtigkeit frühzeitig zu erkennen?

Das Gehirn ist in der Lage, Einschränkungen beim Sehen über einen langen Zeitraum auszugleichen. Sieht das eine Auge schlecht, so übernimmt das zweite einen Großteil der Sehleistung. So kann es passieren, dass Ihr Kind bereits unter einer Kurzsichtigkeit leidet, obwohl für Sie als Elternteil alles in Ordnung scheint. Oft wird eine Kurzsichtigkeit erst dann festgestellt, wenn bereits beide Augen davon betroffen sind und z. B. das Lesen an der Tafel Schwierigkeiten bereitet.

Medienkonsum reduzieren

Behalten Sie als Eltern den Medienkonsum Ihrer Kinder im Blick und schaffen Sie klare Regeln. Die empfohlene maximale Nutzungszeit von Smartphones und Tablets wird von den meisten Kindern und Jugendlichen deutlich überschritten. Kinder unter 3 Jahren sollten diese überhaupt noch nicht nutzen. 

Raus an die frische Luft!

Studien haben ergeben, dass der Aufenthalt im Freien bei großer Lichteinwirkung Kurzsichtigkeit verhindert. Deshalb sollten sich Schüler schon von frühester Kindheit an täglich mindestens zwei Stunden im Freien aufhalten.

Wichtig: Regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt

Wird eine Myopie nicht rechtzeitig erkannt, wird sich die Sehkraft stetig verschlechtern, sodass unter Umständen bereits im frühen Alter eine starke Brille benötigt wird, um scharf sehen zu können.

Zudem drohen langfristig weitere Komplikationen, denn durch den übergroßen Augapfel kommt es zu einer starken Dehnung der Netzhaut (Netzhautdegenerationen). An diesen besonders dünnen Stellen in der Netzhaut können sich unter Umständen Risse bilden, die dazu führen, dass sich krankhafte Blutgefäße bilden. Im schlimmsten Fall können diese Blutgefäße zu Blutungen führen, die vernarben und dadurch die Netzhaut so stark schädigen, dass das zentrale scharfe Sehen dauerhaft verloren geht.

Auch das Risiko für Grauen und Grünen Star ist, selbst bei einer geringen Kurzsichtigkeit, deutlich erhöht.

Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt ermöglicht es, den Verlauf der Erkrankung im Auge zu behalten, damit im Falle einer sogenannten Netzhautdegeneration eine geeignete Behandlung schnellstmöglich eingeleitet werden kann. Dazu stehen uns in unserer Praxis modernste Techniken zur Verfügung.

Bei einer starken Kurzsichtigkeit empfehlen wir eine jährliche Kontrolle!

Selbstverständlich gilt, dass Sie bei einer akuten Verschlechterung Ihrer Sehkraft unverzüglich einen Termin mit uns vereinbaren sollten.

Diagnose Myopie – Unsere Behandlungsmöglichkeiten

In unserer Praxis führen wir die Behandlung mit Atropin Augentropfen durch. Diese werden zur Nacht verabreicht und können, zumindest im Kindesalter, die Myopie deutlich aufhalten. Spezielle Kontaktlinsen, die über den Tag getragen werden, können den Behandlungseffekt noch verstärken.

Gerne beraten wir Sie ausführlich zu diesem Thema. Bei Interesse sprechen Sie uns bitte an.

Weitere Informationen zu diesem Thema

Weitere Informationen zu dem Thema Kurzsichtigkeit bei Kindern sowie einen Fragebogen für die Eltern betroffener Kinder finden Sie unter www.myopiacare.org.